7 Schritte zu einem entspannteren Hundealltag


In den letzten Jahren ist mir aufgefallen, dass viele Menschen ihre Hunde viel lieber aktiv und aufgedreht, als entspannt und ruhig sehen. Die Anforderung ist dann jedoch häufig, dass der Hund ruhig sein soll, wenn der Mensch es will. Das ist schon ein kräftiger Gegensatz und eine Anforderung die kaum zu erfüllen ist.
Deswegen habe ich dir ein paar Alltagstips zusammen gestellt, die die Ruhe und Gelassenheit für dich wie auch deinen Hund im Alltag fördern können. Vielleicht ist ja etwas dabei, was du dir mitnimmst!?

1.Qualitativ hochwertige Spaziergänge
Wer hat schon Lust dazu jeden Tag wie von einer Meute getrieben durch den Wald zu rennen, damit der Hund auf seine Kilometer kommt? Vor allem wer sagt, dass der Hund das braucht?
Ein qualitativ hochwertiger Spaziergang setzt sich aus Wünschen von beiden Seiten zusammen. Im Vordergrund steht das Zusammensein, das gemeinsame Erkunden, das Geniessen der Natur/der Ruhe, zu kommunizieren (miteinander und mit der Umwelt).
Anstatt also in einer Stunde 6 Kilometer abzurennen, verlangsame ich das Tempo gönne mir, wie auch dem Hund, die Zeit Dinge zu betrachten. Geniesse die Umwelt indem ich Pause mache, so lässt sich das beiderseitige Bedürfnis nach Nähe und Ruhe auch draussen erfüllen. Gemeinsame Spiel oder Kuscheleinheiten zeigen dem Hund, dass er draussen unsere Aufmerksamkeit hat. So bin ich mit meinem Hund im Gespräch ohne Signale, ganz natürlich. So mache ich aus 6 Kilometern 3, aber hatte dafür ein intensives Erlebnis.
Und aus rein fachlicher Sicht ist es sehr wichtig für deinen Hund auch draussen zu erkennen, dass es nicht immer vorwärts geht und auch du dir Momente zum Ausruhen nimmst, die er respektieren muss. Dies fördert die Fähigkeit mit Frust umzugehen (vor allem wenn Hunde das gar nicht können) und hat somit einen großen Lerneffekt.

2. Das Entspannungsgesicht
Wenn dein Hund das nächste Mal völlig entspannt irgendwo rumliegt, mach dir ein Foto davon.
Präge dir dieses Entspannungsgesicht ein und versuche dieses Gesicht so häufig wie möglich im Alltag zu sehen, dann bist du auf einem guten Weg zu erkennen, wann dein Hund in angespannte Situationen kommt und kannst diese dementsprechend beeinflussen.
Übrigens, auch Menschen können ihr Gesicht entspannen. Lege die Zungenspitze hinter die oberen Schneidezähne und öffne den Mund so um die 3-4 Millimeter. Das entspannt die Gesichtsmuskulatur!!! Und wenn du es dir dann noch im Spiegel ansiehst wirst du kräftig lachen müssen, weil es selten dämlich aussieht. Super, Lächeln entspannt auch! 

3. Ruhe belohnen
Belohne deinen Hund häufig, wenn er irgendwo entspannt liegt. Mit Worten oder einem Blick, aber so, dass er sich nicht zum aufstehen animiert fühlt. Schnell wird er verstehen, das gechillt sein deine Aufmerksamkeit weckt und das Verhalten häufiger zeigen. Bzw. starte alles Gute aus der Ruhe heraus…gemeinsame Spiele, das Füttern, den Spaziergang

4. Gemeinsam neue Dinge kennenlernen
Jeden Tag die gleiche Runde??? Ja, das geht, wird aber irgendwann langweilig. Mal durchs Wohngebiet, mal den Supermarktparkplatz abschnüffeln, mal sich den Bagger auf der anderen Strassenseite ansehen, mal die Enten am Teich beobachten grad so wie es sich anbietet, so wird ein Hund gelassen im Alltag, weil er viele Dinge kennenlernt. Kurze knappe Einheiten mit Erholungsphasen im Anschluss, so bleibt auch der Stress minimal.

5. Hochfahren vermeiden/reduzieren
Spielen, spielen, spielen… Agility… Bällchen werfen … regelmässige Ausraster am Gartenzaun oder bei der Begegnung mit dem Nachbarshund…
Ein ständig hohes Erregungsniveau verhindert die Verarbeitung der eingehenden Informationen im Langzeitgedächtnis. Unangemessenes Verhalten wird einstudiert, wobei Verhaltensmuster, die dem Hund dabei helfen mit problematischen Situationen umzugehen verloren gehen.

6. Schlafen
Erlebte Dinge werden im Schlaf verarbeitet und abgespeichert.
Von daher beende alles aufregende mit Ruhe und biete deinem Hund die Möglichkeit zum Ausschlafen. So werden die Stresshormone abgebaut und ihr könnt entspannt in den nächsten Tag starten. Bei sehr ängstlichen Hunden oder Hunden die unter Stress in Angriffsstimmung verfallen sollten diese Phasen besonders ausgebaut werden.

7. Futtersuche
Ob Futtersuche, Kong oder Kauartikel…alle haben eins gemeinsam. Sie gehören in den Alltag des Hundes, verschaffen Erfolgserlebnisse und fördern es zur Ruhe zu kommen. So simpel, dass es fast schon unwahrscheinlich erscheint!

Nun danke ich dir für dein aufmerksames Lesen und wünsche dir viel Spass bei der Umsetzung.