Die Leine


Es gibt viele Variationen doch haben sie alle eines gemeinsam:

Sie sind eine Verlängerung des Armes, welche Mensch und Hund miteinander verbindet. Warum? Damit in jeglicher Situationen die Gewissheit besteht, dass ich Einfluss auf meinen Hund nehmen kann. Das funktioniert im Allgemeinen gut, wenn es nicht die Unwissenheit, die Einflüsse von ausserhalb wie auch die mangelnde Aufmerksamkeit gäbe.

Ich will kurz erzählen was mich zu diesem Text bewegt. Die Ereignisse trugen sich in den letzten Wochen zu:

Die erste Situaton:

Während ich im Auto sitze sehe ich ein Mädchen (ca.13 Jahre jung), mit einem Yorkshire Terrier an einer Flexi-Leine, die Strasse entlang gehen. Von hinten kommt ein Auto der Hund zuckt zusammen und springt im nächsten Moment auf die Strasse.

Die zweite Situation:

Ich komme vom Einkaufen, sehe eine Frau mit Kinderwagen und einem Dackel an recht langer Leine. Von hinten kommt ein Bus, der Hund zuckt zusammen, macht einen Bogen nach rechts (da läuft seine Besitzerin). Er macht einen Bogen nach links und landet auf der Strasse, knapp hinter dem Bus.

 

Das Kuriose: Weder Mädchen noch Frau haben mitbekommen, dass sie in einer Situation waren, die für ihren Hund  hätte tödlich enden können.

 

Die ersten Rückschlüsse auf solche Situationen:

– Lerne durch aufmerksames Beobachten, was deinem Hund Sorgen oder Angst bereitet. Durch gezieltes Training in Form von Gewöhnung, das Vorausschauen in jeglicher Situation, wie auch  das Trainieren der Leinenführigkeit  lässt sich einfacher damit umgehen.

-Sei mitfühlend und ändere deine Sichtweise: Leg dich mal flach auf den Boden, wenn der nächste Bus kommt. So hast du in etwa einen Einblick, wie das Ganze für deine Hund wirkt und kannst Verständnis für ihn entwickeln.

-Im belebten Strassenverkehr sollte dein Hund immer an der strassenabgewandten Seite laufen. So hat er den Schutz den er braucht. Daher ist es beim Üben der Leinenführigkeit so wichtig, den Hund an beide Seiten zu gewöhnen.

-Im Strassenverkehr gehört ausnahmslos jeder Hund an die Leine. Hier geht es nicht nur um dich und deinen Hund, sondern um vielerlei andere Faktoren, die du selbst nicht beeinflussen kann. (Abgesehen von der Tatsache, dass es in der Regel nicht erlaubt ist.)

Auf öffentlichen Wegen sollte die Leine eine angemessene Länge haben. Sinnvoll ist es, dass dein Hund es in keiner Situationen schafft, auf die Strasse zu gelangen.

Klar kannst du die Leine auch länger lassen, wenn du vom Kopf her komplett auf deine Umwelt eingestellt bist. Mache dir bewusst, wie lang es von der Wahrnehmung einer bedrohlichen Situation bis zu deiner Handlung dauert.

Um deine Reaktionszeit zu testen  kannst du gerne folgendes Spielchen machen: http://www.bbc.co.uk/science/humanbody/sleep/sheep/reaction_version5.swf


Es gibt nun viele Möglichkeiten eine Leine zu halten. Diese hängen unweigerlich von der speziellen Situation wie auch dem Trainingsstand des Hundes ab. (Ich gehe aktuell von Hunden und Menschen aus, die noch lernen wollen.)

Das oberste Gebot ist:

Halte die Leine in der Schlaufe!

Warum? Ich bin mal wieder bei der  Reaktionszeit. Halte ich die Leine in der dafür vorgesehenen Schlaufe halte ich das Ende der Leine in der Hand. Die Leine kann sich also nicht durch unvorhergesehenes Rucken oder Ziehen des Hundes verlängern.Hier geht es einzig und allein um die Sicherheit des Hundes wie auch um deine.

Ich habe ein paar Fotos gemacht um das sichere Leine halten zu verdeutlichen:

1. Die Leine wird in der Schlaufe gehalten.

2. Die Schlaufe wird um das Handgelenk gelegt…diese Variante bewährt sich bei kräftigen Hunden, die gerne Anlauf nehmen oder generell ziehen.
Leine 1:2 Z

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3. Das halten einer Leine bei ungestümen Hunden (Wenn die Leine eine Dicke von ungefähr einem Besenstiel aufweist, lässt sie sich in diesem Fall am Besten halten…hältst du die Leine dann noch direkt vor dem Bauch vermindert das die „Hund zieht vor ich ziehe zurück Dynamik“ und schont gleichermassen deine Gelenke.)

Leine 3:Z

 

 

 

 

 

 

 

4./5. Das Halten einer Leine ohne Schlaufe

Leine4:5 Z

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich nutze seit geraumer Zeit nur 2 Leinen. Eine verstellbare 3 Meter Leine und eine 5 Meter Schleppleine

Die verstellbare 3 Meter Leine ist aus meiner Sicht die beste Variante für jede Art von Spaziergang.

Sie ist ein Allrounder für fast jede Situation. Verstellbar ist sie zwischen 1 und 2,80 Meter. Sie eignet sich für Übungen genauso gut, wie für den entspannten Spaziergang und ist immerhin noch lang genug um meinem Hund einen gewissen Spielraum zu geben. Aufgrund der Länge habe ich schnellen Einfluss auf meinen Hund, was mir in stark frequentierten Gegenden zu Gute kommt.

Gerade für Anfänger die ins Thema Leinenführigkeit einsteigen ist es die Leine der Wahl. Das Material kann nach belieben gewählt werden. Für den Menschen sollte sie griffig in der Hand liegen (auch unter Zug) und gleichermassen sollte sie auf die aktuelle Größe bzw. das Gewicht deines Hundes angepasst sein.

Die biothane Schleppleine (die ideale Leine für den Wald, sofern man mit dem Kopf dabei ist):

Es gibt ganze Bücher über das Training an der Schleppleine. Für mich ist es in erster Linie eine lange, leichte Leine, die dem Hund einen angemessenen Freiraum bietet und mir die Möglichkeit zahlreiche Übungen in den Spaziergang einzubringen. Ob Rückruf, Leinenführigkeit, Aufmerksamkeitssignale es gibt viele Optionen. Da sie nicht verstellbar ist und keine Schlaufe hat, kann der Hund sie auch bequem hinter sich herziehen. Aus diesem Grund sind die Schleppleine und das Geschirr sowas wie ein untrennbares Paar. Es sollte eine auf die Hundegröße angemessene Länge und Breite ausgewählt werden. Je größer der Hund umso weniger lang sollte die Leine ausfallen. Dafür gibt es einen einfachen Grund…Ich schildere den Extremfall: Die Leine ist 5 Meter lang. Mein Hund schnüffelt 4 Meter hinter mir, sieht ein Reh auf dem Weg und startet durch bis ans Leinenende. Er hatte also gute 9 Meter um zu beschleunigen. Da entstehen bei einem großen Hund beachtliche Kräfte, die nicht zu unterschätzen sind.

Eine lange Leine birgt also Unfallgefahren. Sie kann dafür sorgen, dass du kräftig aus den Latschen gehauen wirst, durch z.B. verheddern, falsches drauf stehen oder das obige Durchstarten des Hundes.

Biothane ist ein Polyestergewebe mit einer Schutzschicht. Es gibt diese Leinen in knalligen Farben (was Unfällen vorbeugt), sie sind robust, saugen sich bei Regen nicht voll und sind leicht zu säubern.  Natürlich gibt es die Schleppleine auch aus Nylon, doch

wer einmal gespürt hat wie  eine 5 Meter lange Nylon Leine durch die Hand rauscht und die nachfolgenden Wunden versorgen musste, sieht im Vergleich keine Vorteile mehr in dieser Leinenart. Ausser ich trage Handschuhe dabei…

Die Schleppleine bietet also eine Menge, doch ist sie nichts für den Strassenverkehr, es sei denn du bist sehr geübt im Handling und auf alle Eventualitäten vorbereitet.

Zu guter Letzt stellt sich noch die Frage…Was haben eigentlich alle gegen eine Leine?

Falls du eine Antwort auf diese Frage hast oder Fragen zum Thema Leine schreib mir doch einfach.