Wollen wir nicht alle das Gleiche?


Jede/r Hundehalter/in wird auf die Frage „Liebst du deinen Hund?“ mit „Ja!“ antworten.
Meine ergänzende Frage ist dann: Liebst du deinen Hund bedingungslos? Und da wird es schon schwieriger. Wir stellen häufig viele Bedingungen an die, die wir lieben und die Bedingungen die wir an unsere Hunde stellen sind häufig besonders groß.

Der Hund soll Hund sein, aber
-jederzeit hören auf das was verlangt wird
-Gedanken lesen können
-auch wenn jemande körperlich oder mental grob zu ihm ist noch immer freundlich sein
-schlechte Erfahrungen am Besten sofort vergessen
-stets in jede Situation passen, so wie die Gesellschaft es sich wünscht
-sich woanders zuhause fühlen, wenn die Familie eine Auszeit braucht

Eigentlich wird von dem Hund verlangt was auch von den Menschen verlangt wird. Nur weil wir verlernt haben uns um uns selbst zu kümmern und das zu tun was wirklich gut für uns ist, verlangen wir von unserem Hund das gleiche Verhalten.

Will nicht jeder von uns auch
-einfach mal tun was ihm/ihr gefällt
-mal sagen „Das möchte ich nicht.“ oder hören „Das möchte ich nicht, ich stelle mir das anders vor.“
-einfach mal sagen „Es reicht!“, wenn uns jemand unangemessen oder unhöflich behandelt
-mal ausflippen, wenn es gar nicht in die Situation passt
-lernen wie man die Dinge aus der Vergangenheit loslässt
-mal sitzen wenn alle anderen stehen
-mal weinen und zittern, wenn ich mich allein oder unsicher fühle

Natürlich gibt es Regeln, die in eine Gemeinschaft hinein gehören. Doch sollten diese so sein, dass ein gutes Zusammenleben gefördert wird unter Berücksichtigung der Bedürfnisse jedes einzelnen.

In einem Buch, was ich vorgestern kaufen wollte stand als erster Satz: Geduld ist eines der Zeichen von Liebe.
Von daher ist die Frage, ob im Zusammenleben mit unserem Hund nicht auch Geduld und Akzeptanz an oberster Stelle stehen sollten. Eventuell genau in dem Maße, wie wir es uns auch für uns wünschen.